|
Zum Thema der Akkomodation gehört auch der Sekundenschlaf. Der Sekundenschlaf ist eine der wesentlichen Unfallursachen im Straßenverkehr. Er entsteht eben nicht nur durch Übermüdung - wie es die meisten Menschen glauben - sondern auch ohne übermüdet zu sein durch die Augen. Diese nehmen sich einfach ungefragt ein Stück Entspannung zu lasten der Qualität des Sehens. Und das funktioniert so:
Der betreffende Mensch braucht eigentlich eine Brille, hat aber keine. Er
braucht ja nur klitzekleine Glaswerte von vielleicht +0,75 Dioptrien, weshalb er sagt „Wieso ? Ich sehe doch alles !“ Und das ist in der Tat auch richtig, er kann wirklich alles sehen und spürt keinen Mangel. Selbst als er neulich beim Augenarzt war, war dieser vielleicht der gleichen Meinung. Das ist verständlich: als Arzt kümmert er sich bevorzugt um Krankheiten, hat Diagnostik und Therapie und misst einem derart popeligen Glaswert keine Bedeutung zu.
Bei so kleinen Glaswerten
kann der Betreffende den Mangel selber mit der Kraft seiner Augen ausgleichen. Dazu macht er einfach eines: er drückt seine Linse. Er akomodiert einfach das bisschen was ihm fehlt, sieht dadurch alles und ist zufrieden.
Der große Haken: mit Ausnahme des Herzens sind keine Muskeln am menschlichen Körper für Dauerbelastung ausgelegt. Kein Muskel kann permanent nur drücken, jeder Muskel braucht auch eine Entspannungsphase. Und genau das passiert dem betroffenen Menschen auch beim
Autofahren.
Kennen Sie diese unverständlichen Unfälle, wo einfach ein Autofahrer von hinten in den Stau in hinein gerast ist, ohne gebremst zu haben ? Wo man sich sagt: das hätte er doch sehen müssen, warum hat er nicht wenigstens versucht zu bremsen ?
Ich kenne die Geschichte eines Motorad-Fahrers der am hellen Tag ungebremst geradeaus in eine Baustelle hinein gefahren ist. Er hätte nur ein wenig die Kurve fahren müssen, dann wäre nichts passiert. Hat er aber nicht, er fuhr
einfach geradeaus in die Absperrungen hinein. Man wundert sich: er hätte sie sehen müssen, hätte bequem ausweichen können. Warum hat er nicht ? Er war nicht übermüdet, es war nicht nachts.
Die Antwort ist der Sekundenschlaf. Und das geht so. Der Mensch gleicht seine z.B. +0,75 Dioptrien durch drücken der Linse aus. Das macht er den ganzen Tag lang. Weil der Muskel aber nicht permanent diese Leistung bringen kann, nimmt er sich seine Entspannungsphase einfach. Der Muskel sagt dem
Gehirn: „hey, ich kann nicht mehr. Ich entspanne mich jetzt erst einmal.“ Sprach es und hörte auf die Linse zu drücken. Das Gehirn weiß ja jetzt Bescheid und akzeptiert, das es von den Augen nur verschwommene Bilder bekommt. Dem Bewusstsein des Menschen selber wird es daher in der Regel nicht offensichtlich, selten merken die Betroffenen: „och, ich sehe ja plötzlich nichts mehr“. Das Gehirn blendet diese Information solange aus. Vielleicht 40 Sekunden später hat sich der Muskel wieder genug
erholt und arbeitet wieder.
Das ist ein ganz normale Vorgang und passiert den Betroffenen durchaus mehrmals die Stunde. Dumm nur, wenn der Betroffene gerade jetzt im Straßenverkehr ist und ausgerechnet jetzt das Hindernis kommt. Er merkt nicht, das er nichts sieht. Hat in der Zeit aber trotzdem schon manchen Kilometer gefahren. Und rauscht in die Katastrophe mit offenen Augen - ohne etwas zu sehen.
Es ist natürlich so, dass bei Müdigkeit diese Effekte größer werden und öfter
vorkommen. Und bei schlechter Sicht wie Dunkelheit, Nebel oder tief stehender Sonne noch gravierendere Auswirkungen haben. Aber grundsätzlich hat der Sekundenschlaf nicht gezwungener Maßen etwas mit Müdigkeit zu tun. Und es ist auch nicht erforderlich, stundenlang hinter dem Steuer zu sitzen um hier beeinträchtigt zu werden. Die kürzere 20 Minuten-Strecke reicht mitunter auch, man braucht nicht LKW-Fahrer zu sein wie viele glauben. Betroffen sind viele Menschen mit nicht mehr ganz optimaler
Brille, mehr noch Menschen die eigentlich zumeist keine Brille brauchen.
Und Ihr Augenoptiker kann helfen. Für weniger als eine halbe Tankfüllung gibt es eine gute Lösung. Damit können Sie eine der ganz großen Unfallursachen in den Griff bekommen. Und das ist doch was, ne ?
Im nächsten Bereich geht es um das Gefühl der Nähe, der Psyche und die Qualität von Arbeitsplätzen. Kurz: es geht immer noch im die Akkomodation... vom leichten Lernen und besserer Konzentration |