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Ein Problem habe ich bei den nächsten Seiten: es ist nicht alles wirklich sicher vorhersehbar, wo genau jetzt was passiert. Vielleicht bieten die Ergebnisse aus der neuen Hirnvorschung endlich in Zukunft genaueres Wissen, aber zu diesem Zeitpunkt ist hier und da noch Spekulation dazwischen.
Soll heißen: wir wissen nicht unbedingt genau, wo jetzt was statt findet. Aber wir wissen im wesentlichen schon, was passiert. Allerdings nur selten das „wie“. Bis heute ist es so,
dass wir in den Weltraum fliegen und das Tiefe Meer erforschen. Aber was im eigenen Kopf vorgeht wissen wir immer noch nicht mit abschließender Sicherheit. Aber eines Tages werden auch diese, meine Worte nur noch Geschichte sein. Und Sie werden dann mit Rührung in den Augen erzählen können, was für ein Blödsinn Sie heute hier gelesen haben.
Spaß beiseite, alles wird schon nicht falsch sein, an dem was ich Ihnen hier erzählen möchte.
Bereits kurz hinter den Nervenzellen, kurz
hinter dem Auge findet „im Kabel“ die nächste Verarbeitung der Signale statt. Zunächst einmal für jeden Auge einzeln, und dann in einer Kreuzung, dem so genannten Chiasma wo die Signale beider Augen zusammen kommen.
Was hier passiert: unwichtige Informationen werden weg gelassen, wichtige Informationen hervor gehoben. Ähnliches habe ich Ihnen schon von der Netzhaut erzählt, hier passiert das gleiche auf einer anderen Ebene.
Stellen Sie sich einfach vor, da würde jemand mit
einem Filzstift sitzen und alles anstreichen was ihm wichtig erscheint. Damit das Gehirn dann später besser erkennen kann was wichtig sein könnte.
Was ist nun wichtig ? Bewegung ist sehr wichtig. Denn Sie erinnern sich an das Tier in der Savanne ? Wer vermeiden will gefressen zu werden, der tut gut daran auf alles was sich bewegt verstärkt zu achten: es könnte ja ein hungriger Fessfeind sein.
Was sich nicht bewegt, das findet schnell keine Beachtung mehr. Das ist nicht nur bei
uns Menschen so: im Tierreich finden Sie manche Beispiele von Tieren, welche sich in Gefahr tot stellen. Und sich einfach nicht mehr bewegen. Das ganze in der Hoffnung, der Feind würde sie als unbewegtes Objekt nicht mehr sehen können. Eine Taktik die tatsächlich oft funktioniert.
Interessant ist auch: alles was horizontal ist, ist ungefährlich und wird weniger Beachtung erregen als senkrechte Dinge. Tatsächlich sind horizontale Linien wie der Horizont, aber auch Wasserflächen ganz
normal. Bereits auf dem Kabel in Richtung Gehirn werden horizontale Linien tendenziell eher unterdrückt als senkrechte Linien. Senkrechte Linien können zum Beispiel Bäume sein, und das ist grundsätzlich interessanter als der langweilige Horizont.
Für den Fall, das Sie das mit dem „Filzstift markieren“ nicht glauben: da gibt es ein schönes Beispiel. Sie können das problemlos selber einmal ausprobieren, am besten mit dem Mond. Sie schauen sich den nächtlichen Mond einmal genauer an, wenn
dieser genau über dem Horizont steht. Weil er am Horizont steht hebt ihn Ihr optisches System hervor indem Sie den Eindruck haben, der Mond sei sehr groß. Weil: was am Horizont steht könnte gefährlich sein, ist deshalb wichtig und verdient größere Aufmerksamkeit.
Der Mond erscheint Ihnen tatsächlich größer, als wäre er hoch oben am Himmel.
Und Sie können die Gegenprobe einmal machen: schauen Sie sich den Mond am Horizont an. Und dann sehen Sie in sich noch einmal auf dem Kopf
an indem Sie einen Handstand machen. (Für weniger sportliche: einfach vorbeugen und zwischen den Beinen hindurch nach hinten schauen. Dann sehen Sie den Mond auch auf dem Kopf.)
Der Effekt: wenn Sie den Mond auf dem Kopf betrachten, dann arbeitet der „Filzstift“ im Sehsystem nicht und die eingebaute Vergrößerung funktioniert nicht. Auf dem Kopf sehen Sie den Mond in Originalgröße. Richtig herum erscheint Ihnen der selbe Mond größer. So funktioniert das Hervorheben von wichtigen Dingen.
Regelmechanismen, Reflexe und mehr: im nächsten Bereich ist´s dann auch interessant Backstage: korrigieren, regulieren, optimieren und etwas Zaubern |