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Der Glaskörper bündelt die Lichtstrahlen auf die Netzhaut, so wie beim Dia-Abend die Dias vom Projektor auf die Leinwand geworfen werden. Die Nervenzellen der Netzhaut fühlen dann dort das Licht und schon geht dass ganze seinen Weg.
Wenn ein Lichtstrahl auf eine Nervenzelle trifft, dann löst er dadurch einen kleinen elektrischen Strom aus. Und dieser Strom läuft dann durch die Nervenbahnen zum Gehirn. Dachte man lange, bis man erstaunt bemerkte dass wir zwar einige
Millionen Nervenzellen haben aber nur vergleichsweise wenig Nervenbahnen welche die Impulse dann weiter Richtung Gehirn laufen lassen. Außerdem könnte das Gehirn diese riesige Datenmenge nicht verarbeiten, es würde schlicht zusammenbrechen. Da muss also noch einiges geniales zwischendurch mit passieren.
Es geht schon damit los, wie die Nervenzellen auf der Netzhaut verteilt sind. Eben nicht gleichmäßig, sondern an den wichtigen Stellen mehr als woanders. Um beim Beispiel unseres
Dia-Abends zu bleiben: die Leinwand dort ist flach und darüber hinaus viereckig. Der Herrgott hat unser Auge geschickter gebaut. Eine Wölbung, wie eine Kugel von innen. Und eben überhaupt nicht viereckig sondern rund.
Wir Menschen haben uns immer das Gegenteil gedacht, aber wenn man jetzt noch die Nervenzellen geschickt ungleich verteilt ist schon mal viel gewonnen. Denn wir Menschen benötigen nicht in jedem Blickfeld die gleiche Qualität. Geradeaus, da wo wir genau jetzt hin sehen
brauchen wir eine hohe Auflösung und viel Qualität, in den Randbereiche kommen wir aber mit wesentlich weniger aus.
Dann hat der liebe Gott die Nervenzellen noch ein wenig in die Netzhaut hinein gegraben. Und damit geschickt ausgerichtet. Stellen Sie sich ein Rohr vor, Sie sind die Nervenzelle und schauen hindurch. Sie können nicht anders: Sie sehen nur das Licht was von geradeaus direkt auf Sie einfällt. Störende seitliche Reflexionen und Irritationen können so kaum auftreten. Wenn
wir unsere Nervenzellen auf diese Art geschickt ausrichten sind viele Probleme gelöst.
Außerdem können wir in dieser Röhre dann noch ein paar Lichtfilter oder ähnliches anbringen, damit diese eine Nervenzelle auch nur auf das Licht einer bestimmten Farbe reagiert - ein Farbsehen brauchen wir ja auch noch. Naja, wie die Netzhaut das mit den Farben genau löst ist nach meinem Wissen nicht wirklich abschließend beantwortet. Aber es muss wohl so sein das es für die einzelnen Farben
unterschiedliche Nervenzellen gibt. Und die sind geschickt zusammen geknotet. Die Idee ist so: wir binden 7 rote, 5 grüne, und 2 blaue Nervenzellen zusammen. Aus allen dieser Nervenzellen fließt ein Strom. Der eine Strom ist plus, der andere vielleicht minus, so verstärken sich die Ströme oder schwächen sich ab. Wir haben also einen Block aus verschieden reagierenden Nervenzellen gebildet. Wenn wir jetzt mit dem zusammenknoten nicht aufhören sondern an diesen Block andere Blocks anders
strukturierter Nervenzellen anbinden, dann entsteht dadurch ein elektrisches Signal, welches man als eine Farbwahrnehmung an das Gehirn schicken kann.
Und: wir haben für diesen Netzhautbereich ein einziges Farbsignal, was wir an das Gehirn schicken, nicht tausend rote, tausend grüne und tausend blaue. Wir haben also Informationen zusammen gefasst, Daten komprimiert: unser Gehirn hat jetzt nicht mehr jede Nervenzelle einzeln auszuwerten sondern bekommt quasi gleich das Ergebnis
geschickt.
Sie erkennen an dieser Stelle schon einmal das Prinzip: bereits auf der Netzhaut werden Informationen ausgewertet, auf das wesentliche reduziert, komprimiert und zusammen gefasst. Gleich am Ort des Geschehens, möglichst früh dort, wo die Daten entstehen.
Sie sehen: geschickt genial. Aber auch mit Nachteilen versehen. Auf der Nächsten Seite sehen Sie, warum. die Netzhaut, Details die keiner will |