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mehr Informationen über Augenoperationen finden Sie in der Artikelliste unten auf dieser Seite.

Lasik für Kurzsichtige

- kurz und bündig auf den Punkt gebracht

Ich bemühe mich nachfolgend um eine möglichst hohe Sachlichkeit. Dazu trenne ich meine Meinung möglichst konsequent von den mir bekannten Fakten. Meine Meinung finden Sie in einer anderen Farbe dargestellt. Dieser Text ist für Kurzsichtige: alle anderen klicken bitte hier
Wenn Sie nicht sicher sind ob Sie kurzsichtig sind: klicken Sie bitte hier.

Lasik ist die Abkürzung für „Laser in situ Keratomileusis“. Dabei wird die dünne Hornhaut des Auges erst mit einem Hobel im oberen Drittel abgeschnitten. Die so abgetrennte Hautschicht wird zur Seite geklappt, ein Laserstrahl brennt ein wenig Haut von der verbleibenden Hornhaut herunter. Danach wird die zur Seite gelegte Hornhautschicht wieder zurück geklappt.

Meine Meinung: Ich möchte Ihnen den Operationsvorgang “anfassbar“ machen: Stellen Sie sich vor, Sie pellen sich zum Frühstück ein gekochtes Ei. Unter der Schale finden Sie ein dünnes Häutchen. Jetzt schauen Sie sich dieses dünne Häutchen einmal näher an und stellen Sie sich vor, das es sich um Ihre Hornhaut im Auge handelt. Dieses Häutchen wird im oberen Drittel auseinander geschnitten. So das quasi zwei „halbe“ Häutchen bleiben. Dieses ist die erste kritische Phase in der Lasik-Operation, denn es muss dafür gesorgt sein das daß dünne Häutchen wirklich nur im oberen Drittel geschnitten wird. Ohne sonst Verletzungen zu erzeugen.

Das Verfahren wird seit 1990 experimentell eingesetzt, ist in Deutschland seit 1998 zugelassen.

Meine Meinung: An den Jahreszahlen sehen Sie: es können noch keine zuverlässigen Langzeiterfahrungen vorliegen. Außer natürlich, man definiert das Wort „Langzeit“ anders als ein durchschnittlicher Mensch es versteht: wenn Ihnen etwas von Langzeiterfahrungen erzählt wird hinterfragen Sie unbedingt die dem zugrunde liegenden Zeiträume. Sie möchten doch sicher wissen, wie Ihr Auge in 30 oder 40 Jahren aussieht ? Es gibt niemanden, der Ihnen darauf antworten kann.

das Verfahren ist grundsätzlich möglich: für Glaswerte bis -10 Dioptrien und

für Zylinder in den Glaswerten ( Astigmatismen ) bis maximal 5 Dioptrien

Die Wahrscheinlichkeit daß Sie hinterher keine Brille mehr benötigen ist nur bei kleineren Glaswerten gut. (je kleiner der Glaswert desto besser, bis max. -6 Dioptrien )

Meine Meinung: wirklich schade ist, das die größten Erfolge für Menschen bestehen, die an wenigsten Probleme haben. Also am schlechtesten für jene Menschen mit hohen Glaswerten, welche zu Recht unter dicken Brillengläsern leiden.

Die Wahrscheinlichkeit, daß Sie nach der Operation keine Brille mehr benötigen liegt bei 90%.

Meine Meinung: Diese Zahl findet sich in verschiedenen Quellen stets etwas anders - je nachdem auch, mit welchen Bedingungen ausgewertet wurde. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die jeweilige Untersuchung. Weil der Erfolg um so höher ist, je kleiner die Glaswerte liegen ist es für eine hohe Erfolgsquote  besser, größere Glaswerte auszuschließen. Hier muss man also genauer hinsehen.

Entscheidender dürfte aber der Zeitraum sein, welcher nach der Operation vergangen ist. Unmittelbar nach der Operation ist der Erfolg zumeist am größten, seriöse Auswertungen berücksichtigen meiner Meinung nach mindestens, wie sich das Auge zwei Jahre nach der Operation entwickelt hat. Denn Auswirkungen aufgrund z.B. von Heilungsprozessen werden frühestens nach einem gewissen Zeitraum offensichtlich.

Um es anders zu sagen: es ist kein Problem, direkt nach der Operation eine hohen Erfolgsquote zu haben. Für eine seriöse Aussage aber sollte man den Erfolg frühestens nach 2 Jahren nach der Operation messen - wenn alles vollständig abgeheilt ist und sich das Auge wieder in einem normaisierten Zustand befindet.

Der restliche Glaswert nach der Operation liegt bei wahrscheinlich unter 1 Dioptrie, so das Sie keine Brille mehr brauchen werden

Meine Meinung: diese Definition der „zone of happyness“ von einem Sehfehler unter einer Dioptrie ist doch sehr arg großzügig. Eine Dioptrie ist eine ganze Menge Glaswert, macht einen riesigen Unterschied aus ob man die volle Sehqualität hat oder nicht. Ich will es mal so sagen: wer eine Dioptrie Sehfehler akzeptiert ist entweder sehr leidensfähig oder hat keinen großen Anspruch an seine Sehqualität.

Die Sehleistung ( Visus ) wird nach der Operation durchaus gut sein.

Meine Meinung: stellen Sie sich einen üblichen Sehtest beim Arzt oder Optiker vor: sie sehen schwarze Buchstaben an einer weißen Wand. Dieser reine schwarz/weiss Sehtest misst eigentlich etwas unübliches, denn er misst bei krassen Helligkeitsunterschieden. Eben bei schwarzen Buchstaben auf einer weißen Wand. Unser normales Leben ist aber nicht schwarz / weiss, sondern bunter. Mit Helligkeitsunterschieden. Mit Farbverläufen. Mit glänzenden und matten Flächen.

Ich möchte Ihnen einen häufig unbeachteten Unterschied erklären: der Schwarz-Weiss Sehtest ergibt die Messung der sogenannten Sehleistung ( Visus ) . Er macht aber sehr wenig Aussagen darüber, wie das Sehen im normalen Leben ist, denn für unser Leben benötigen wir etwas anderes: das Kontrastsehen. Das die Sehleistung gut ist macht also nur wenig Aussagen darüber, wie die komplette Sehqualität wirklich ist.

Wichtiger als der Visus ist das Kontrastsehen. Dieses wird nach der Operation schlechter sein.

Meine Meinung: das Kontrast-Sehen benötigen Sie z.B. zum Autofahren in der Nacht oder am Computer-Arbeitsplatz. Ferner überall dort, wo Sie auf das sehen feinster Farb- oder Helligkeitsunterschieden angewiesen sind, wie z.B. im Labor. Weil jeder Mensch mit seinen Ansprüchen unterschiedliche Anforderungen an das Kontrastsehen hat, muss jeder an dieser Stelle über sich selber entscheiden: kann ich mit leichten Verlusten leben ?

Sie werden mit erreichen des ca. 40 Lebensjahres um das Tragen einer Lesebrille nicht herum kommen.

Meine Meinung: oft unterstellt man mir als Optiker, ich wäre nur deshalb gegen die Lasik weil ich dadurch Kunden verliere, die keine Brille mehr benötigen. Das stimmt gleich mehrfach nicht: ab ca. 40 Jahren werde ich Ihnen trotzdem mindestens eine Lesebrille verkaufen. Vermutlich aber doch mehr als nur eine Lesebrille: dadurch das Ihnen nach der Operation mit großer Wahrscheinlichkeit das Kontrastsehen etwas fehlt werden Sie sich auch über kleinere Glaswerte für den Computer-Arbeitsplatz oder für die Ferne freuen. Sie werden mir als Optiker also vermutlich nicht verloren gehen - Sie werden im Gegenteil ein dankbarer Kunde sein der sich auch über kleinere Gewinne an Sehleistung freut.

Außerdem bin ich nicht gegen Operationen am Auge. Es gibt viele gute Gründe die auch für eine Lasik-Operation sprechen. Es ist mir nur sehr, sehr wichtig, daß Sie als Patient ordentlich beraten und aufgeklärt werden. Oft suggeriert die Werbung für diese Operationen mir doch eher den Eindruck daß da Menschen sich betätigen die eher an der schnellen Mark interessiert sind als an seriöser ärztlicher Arbeit.

Gerade bei den immer mehr um sich greifenden Operationen im Ausland ist oft die zwingend erforderliche Nachversorgung nicht realisiert. Ein paar verheerende Fälle dieses Operations-Tourismus habe ich selber schon gesehen - in finde das jedesmal erschütternd für den betroffenen Menschen.

Sie werden nach der Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit zufrieden sein.

Meine Meinung:  zum Schluss noch etwas versöhnliches: Sie werden nach der Operation wirklich zufrieden sein. Denn die meisten Unzufriedenheiten treten nicht direkt nach der Operation auf, sondern frühestens Monate später, z.B. wenn durch den heilproßess entstandene Mängel im Kontrastsehen offensichtlich geworden sind. Es hat seinen guten Grund, warum gerne frisch operierte Patienten als Erfolgsbeweis präsentiert werden.

Hierzu finden immer öfter „Verkaufsveranstalltungen“ statt, in denen zufriedene Patienten von Ihrem Glück berichten. Ich selber habe gelegentlich den Eindruck, das hier nach dem selben Muster verfahren wird wie von den Heizdecken verkaufenden „Butterfahrt“-Veranstaltern. Ich habe übrigens schon oft von Ärzten gehört, welche sich angeblich selber haben operieren lassen. Nur gesehen habe ich noch kein wirklich operiertes Auge eines solchen Arztes - wenn Sie verstehen was ich meine.

Nicht geeignet ist Lasik ( Gegenanzeigen ) für u.a. Fehlsichtigkeiten die größer als oben genannt sind und Fehlsichtigkeiten, welche nicht über mindestens zwei Jahre stabil geblieben sind. Hinzu kommen etliche Erkrankungen wie Diabetes und Rheuma, von welchen u.a. zu vermuten ist, daß sie auf die Nährstoffversorgung und Flüssigkeitsversorgung des Körpers negative Auswirkung haben könnten. Damit müsste also auch zu ausgiebiger Alkokolkonsum oder regelmäßiges Rauchen für schlechte Langzeitergebnisse sorgen. Untersuchungen zu diesem Thema sind mir nicht bekannt.

Fazit: Das war jetzt viel Negatives, weil ich mich an dieser Stelle versuche auf das einzustellen, was Ihnen bei unseriöser Werbung eben nicht ausdrücklich genug dazu gesagt wird.

Mit Sicherheit etwas zu negativ. Doch, es gibt durchaus gute Gründe sich mit Lasik operieren zu lassen. Achten Sie auf einen seriösen Operateur, achten Sie darauf, das Sie umfassend auch über die negativen Details informiert werden. Ein Arzt welcher die negativen Details nur am Rande anspricht, vielleicht sogar die ganze Zeit herunter spielt oder gar nur in einem von Ihnen zu unterschreibenden Zettel informiert, der stellt seine Seriosität in Frage: achten Sie darauf, damit Sie wissen ob Sie bei dem Arzt Ihres Vertrauens wirklich vertrauen haben dürfen.

Man muss ganz konsequent sehen: es gibt in Deutschland sehr viele seriöse Ärzte - und nur sehr wenige schwarze Schafe. Leider treiben gerade die schwarzen Schafe ihr Unwesen besonders ausgiebig, was oft zu einem unangemessen schlechten Ruf aller Beteiligten führt. Ich möchte mich nicht daran beteiligen sondern insbesondere eine Lanze für die guten Operateure brechen, welche gerade in den letzten Jahren immer wieder durch mehr Fähigkeiten und bessere Methoden immer optimalere Ergebnisse liefern - und damit ein immer höheres Maß an Lebensqualität den Menschen bieten.

Achten Sie darauf, das Sie gut beraten werden. Mit wahren Fakten. Und das Sie sich nicht zu sehr falschen Illusionen hingeben. Zu oft ist der Werbespruch „nie wieder Brille tragen“ Auslöser für ein Wunschdenken, das am Schluss nicht erreicht wird. Und lassen Sie sich von „Butterfahrt-Verkäufern“ nach dem amerikanischen Prinzip der „Success Story“ so eine Operation nicht verkaufen wie eine Heizdecke: wer so vorgeht handelt sicher nicht unbedingt dem kritischen Thema angemessen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
 

Die hier angegebenen Informationen entsprechen meinem Kenntnisstand nach besten Wissen und Gewissen, ich erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit bis ins letzte Detail. Es gibt mit Sicherheit auch sehr individuelle Details welche Sie persönlich treffen können ohne hier genannt worden zu sein: lassen Sie sich beraten.
 

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